Ja zum Schutz unserer Lebensgrundlagen!

Die Pestizid- und die Trinkwasserinitiative haben ein klares Ziel: Nahrungsmittelproduktion und Umweltschutz in Einklang zu bringen.

So schützen wir nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Biodiversität und damit unsere Lebensgrundlage: In den letzten Jahrzehnten hat z.B. die Biomasse der Insekten, welche für die Bodenfruchtbarkeit unerlässlich sind, sogar in Naturschutzgebieten um mehr als die Hälfte abgenommen.

Die Pestizidinitiative nimmt nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch Hobbygärtner*Innen, Gemeinden (Grünpflege) und Transportunternehmen (Unterhalt von Gleisschotter) in die Pflicht.

Der Biolandbau zeigt, dass es anders geht, und die Übergangsfristen von acht bzw. zehn Jahren geben allen Betroffenen genug Zeit, um die umweltschonenden Methoden umzusetzen.   Werden Massnahmen gegen Nahrungsmittelverschwendung und zur Senkung des Fleischkonsums ergriffen, gehen die Initiativen sogar mit einer Steigerung der Selbstversorgungsquote einher. Und Grossverteiler könnten nicht mehr mit dem schlechten Gewissen von Konsumierenden spielen, indem sie die Margen bei Bioprodukten erhöhen.

Die Pestizidinitiative verhindert zudem unfairen Wettbewerb, weil auch Importprodukte den Anforderungen genügen müssen.

Die Trinkwasserinitiative schränkt das Problem der Überdüngung durch Mist aus importiertem Tierfutter ein; Futtertausch zwischen Höfen soll aber weiter möglich sein. Auch der prophylaktische Einsatz von Antibiotika – wegen der entstehenden Resistenzen von Bakterien eine grosse Gefahr für unsere Gesundheit – wird mit dieser Initiative verhindert.

Um das Risiko auszuschliessen, dass gewisse Betriebe bei Annahme der Trinkwasserinitiative einfach auf Direktzahlungen verzichten, um sich von Auflagen zu befreien, ist es wichtig, dass auch die Pestizidinitiative angenommen wird.

Parlamentspräsident Adrian Tanner

Adrian Tanner

Vizepräsident GOM, Mitglied GGR, Schulkommission

pdf des Beitrags in der Bantiger Post Nr. 23, 8. Juni 2021