Bantigerpost 13.9.2018

Ja für Velos, 2x Ja für gesunde Ernährung

Die Argumente für die Fair-Food- und die Ernährungssouveränitätsinitiative sind bekannt – weniger Gift im Teller, eine ökologischere Landwirtschaft, anständige Arbeitsbedingungen im Agrarbereich im In- und Ausland. Wir antworten auf die Bedenken der GegnerInnen:

Die Initiativen lassen die Preise steigen – das ist unsozial.

Sollen etwa weniger Betuchte mit pestizidbelastetem Essen abgespeist werden? Unsozial sind die zahlreichen «Reformen» von rechts, die bezwecken, die Steuern für Grosskonzerne zu senken, und gleichzeitig bei der Bildung und den sozialen Ausgaben zu sparen. Frischprodukte, Direktvermarktung und die Vermeidung von Impulskäufen (Werbung!) und von Lebensmittelverschwendung helfen mit, Kosten zu senken – das wollen auch die Initiativen.

Die Initiativen stehen im Widerspruch zu handelsrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz: Gefahr für unsere Exportwirtschaft.

Eine Studie der Uni Bern zeigt das Gegenteil, und auch die Welthandelsorganisation akzeptiert ökologische und soziale Kriterien.

Der Staat soll nicht vorschreiben, was auf den Tisch kommt.

Bereits heute gibt es Vorschriften zur Nahrungsmittelsicherheit. Die direkte Demokratie gibt uns hier eine Möglichkeit – nebst bewusstem (nicht-)Konsum –, schädliche Entwicklungen zu korrigieren. Angesichts des weltweiten ökologischen Raubbaus sind strengere Regeln mehr als sinnvoll.

Adrian Tanner, Grüne Ostermundigen, Mitglied GGR

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