Abstimmung ÜO Lindendorf II, 17. November 2019: Für

Was spricht für ein ein Ja zur Vorlage des Grossen Gemeinderats

Auch wenn die Überbauungsordnung „Lindendorf II“ nicht unseren Idealvorstellungen und Wünschen entspricht, ist sie ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem heute gültigen Überbauungsplan.

Was geschieht bei einem Nein der Stimmbevölkerung am 17. November 2019?

–        Der Überbauungsplan vom 5.3.1980 bleibt in Kraft. Dort gibt es überhaupt keine Vorgaben betr. Energie, Mobilität etc.

–        Es gibt keine Aufstockungen.

–        Damit wird eine Chance vergeben, den Überbauungsdruck auf Kulturland innerhalb unserer Gemeinde zu reduzieren.

–        Die gut 35-jährigen stark sanierungsbedürftigen Gebäude werden ohne weitere Vorgaben saniert.

–        Es ist anzunehmen, dass die Eigentümerschaften sich nach den gesetzlichen Energievorschriften richten werden. Diese sind weniger streng als jene der neuen ÜO.

–        Die Mieter*innen müssen so oder so in den meisten Fällen oder allesamt ausziehen.

Sicher ist es bedauerlich, dass aufgrund der tiefgreifenden Sanierungen die Mieterinnen und Mieter ihre Wohnungen verlassen müssen. Immerhin bieten die Eigentümerschaften Hilfestellungen an (siehe www.lindendorf.ch Punkt 8 in „Fragen & Antworten“).

Es ist zu vermuten, dass gerade langjährige Mieter*innen zu zweit oder allein in den – mittlerweile eigentlich zu geräumigen – Familienwohnungen leben. Dieses Phänomen ist weit verbreitet, da kleinere Wohnungen, gerade wenn sie neu(er) sind, oft mehr kosten als grosse unsanierte ältere Wohnungen.
Dass die Mietzinse nach einer Sanierung ohne Aufstockung weniger erhöht werden, ist nicht anzunehmen.
Wie oben geschrieben: Ausziehen müssen die Mieterinnen und Mieter mit grösster Wahrscheinlichkeit auch bei einer Sanierung ohne Aufstockung … wobei sie da die Möglichkeit hätten, wieder z.B. in ihre praktisch neue grosse Attikawohnung einzuziehen – was ihr gutes Recht ist, aber nicht der von der Schweizer Bevölkerung mehrheitlich angestrebten Verdichtung entspricht, mit welcher Kulturland geschützt und mittlerweile rar gewordene natürlich belassene Naturflächen erhalten werden können.
Bei einer Aufstockung werden statt einer Attikawohnung mindestens zwei Normalwohnungen gebaut (es gibt keine Attikageschosse).

Beim Entscheid für oder gegen die neue ÜO sollten wir sowohl die Interessen der einzelnen Mieter*innen wie auch jene der Gesamtgemeinde im Auge behalten und gegeneinander abwägen.

Mit einem Ja gehen wir zwar nur einen kleinen Schritt in Richtung unserer Klimaziele, bei einem Nein aber gar keinen, ausser dass die gesetzlichen Vorgaben heute strenger sind als anfangs der 80er-Jahre.

Vorstand  Grüne Ostermundigen

 

www.gruene-ostermundigen.ch